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Ein paar Streicheleinheiten mehr für den iPod touch

Infolge des Medienrummels um Apples angepriesenen „dünnsten Laptop der Welt“, dem MacBook Air, und um die Einführung eines Online-Filmverleihdienstes via iTunes Store in den USA, versank die Ankündigung über das Software-Upgrade für den iPod touch in die Bedeutungslosigkeit der kurz überflogenen Meldungen zu Steve Jobs Keynote an der diesjährigen MacWorld.

Angesichts der Tragweite dieser zwei wohl zukunftsweisenden Schritte ist dies jedoch auch verständlich. Denn setzt sich einerseits das mit der Einführung des MacBook Air von Apple neu initiierte Konzept durch, werden Laptops künftig wohl nur noch als mobile, äusserst handliche, kompakte, aber dennoch leistungsfähige und aufgrund des 13“-Bildschirms und der normalgrossen Tastatur auch als arbeitsfreundliche Computer dienen, deren Datenverkehr grösstenteils nur noch über Funkverbindungen mit anderen (Zweit-)Computern und Geräten erfolgt. Kann Apple andererseits mit dem neu initiierten Online-Filmverleihdienst über seinen iTunes Store gleiche Erfolge verbuchen wie mit dem Verkauf von Musik, steht uns wohl auch eine Veränderung des Filmkonsums bevor.

Auf direktem Weg in den sonnigen Süden
Aber zurück zu Apples jüngst erschienenem Software-Upgrade für den iPod touch, dem Software-Upgrade-Januar. Im Grossen und Ganzen beinhaltet dieses via iTunes zu installierende Upgrade fünf neue, auf dem iPhone bereits vorhandene Funktionen für den iPod touch. Es sind dies die Programme Mail, Google Maps, Notizen, Wetter und Aktien. Letztere drei Programme sind so genannte Widgets und dienen im konkreten Fall dem Verfassen von Notizen, zur Information über das Wetter oder jener über den Aktienkurs. So kann der Benutzer dank des Upgrades etwa das Börsengeschehen des letzen Quartals verfolgen, das Wetter in den Ferien für die nächsten fünf Tage vorhersagen oder Gedankenstützen und Aufgabenlisten via Touchscreen-Tastatur als Notiz auf den iPod touch verfassen, speichern und gegebenenfalls per E-Mail versenden.

Die Implikation von Mail im Software-Upgrade erlaubt es wiederum dem Benutzer, diese und andere HTML-E-Mails bequem auf dem iPod touch zu lesen und sogar angefügte Grafiken, Fotos, PDFs, Microsoft-Word- und Microsoft-Excel-Dokumente anzuschauen. Empfangene E-Mails werden in einer Liste mit einer kurzen Vorschau jedes Mails dargestellt. Ebenso einfach ist es nun dank Mail E-Mails mit Fotoanhängen zu schicken. Was wiederum E-Mail-Accounts anbelangt, so lassen sich diese bequem vom Computer aus auf den iPod übertragen.

Wie Google Maps auf dem iPhone funktioniert, führte bereits Steve Jobs an seiner diesjährigen Keynote zur MacWorld vor. Eindrücklich zeigte Jobs in einem Beispiel auf dem iPhone, wie Google Maps den Standort des Benutzers mittels von Informationen von lokalen Netzwerken mit Hochfrequenz-Funkverbindungen (WLAN), so genannten Wi-Fi-Netzwerken, und mittels von Mobilfunk-Sendemasten zu bestimmen vermag, dann die Route zum gesuchten Ziel mit Wegbeschreibungen und Verkehrsinformationen errechnet und auf einer Karte darstellt. Der Benutzer kann dabei zwischen einer Strassen-, einer Satelliten- oder einer Hybridkarte aus Strassen- und Satellitenkarte wählen. Sind ausserdem die im Adressbuch gespeicherten Kontakte des Benutzers mit dem iPod touch synchronisiert, kann der Benutzer durch einfachen Knopfdruck den Weg vom jeweiligen Standpunkt bis zum ausgewählten Kontakt in Google Maps, wenn nötig sogar Schritt für Schritt, anzeigen lassen. Diese Funktion ist auch im aktuellen Adressbuch unter Mac OS X Leopard vorhanden. Ferner besteht in Google Maps die Möglichkeit, ausgewählte Standorte in der Karte mit einer Nadel zu markieren und zu speichern.

Im Gegensatz zum iPhone erfolgt die Standorterkennung auf dem iPod touch nur anhand von Informationen von Wi-Fi-Netzwerken. Der Ausbau dieser Wi-Fi-Netzwerke schreitet zwar stetig voran, ist aber in Deutschland, Österreich und der Schweiz noch nicht so weit fortgeschritten wie jener der Mobilfunkantennen. Wer Google Maps gar nicht kennt, sich aber einen Eindruck davon verschaffen will, kann dies unter www.maps.google.de bzw. dem entsprechendem Länderkürzel (Bsp. www.maps.google.ch) machen.

Google Maps, Mail, Safari, aber auch das Aktien- und Wetter-Widget benötigen für dessen Anwendung eine Funkverbindung über Wi-Fi-Netzwerke, weshalb folgende Links helfen sollen, die Wi-Fi-Hot-Spots an Ihrem Wohn- und Arbeitsort besser zu finden. Wi-Fi-Hot-Spots: www.hotspot-locations.de (DE); www.swiss-hotspots.ch (CH).

Nur ein Hauch von Freiheit
Das Software-Upgrade-Januar beinhaltet nebst den bereits erwähnten Programmen Mail, Google Maps, Wetter, Aktien und Notizen auch die Möglichkeit, den Home-Bildschirm frei zu konfigurieren und diesen mit den mittlerweile rund 600 zur Verfügung stehenden Web-Programmen (www.apple.com/webapps) oder mit frei wählbaren Lesezeichen aus Safari, so genannte Web-Clips, zu erweitern. Die Programm-Symbole und Web-Clips können auf insgesamt neun verschiedenen Home-Bildschirmen ganz nach Wunsch neu geordnet, aus dem Dock gezogen oder darin gelegt werden. Im Prinzip können Web-Clips von jeder Web-Seite erstellt und auf die neun Home-Bildschirme verteilt werden. Die Symbole könne jedoch erst neu angeordnet oder wieder entfernt werden, wenn der Benutzer den Finger für kurze Zeit auf eine der Grafiken hält und diese dann leicht zu wackeln beginnen. Ein Druck auf die Home-Taste beendet diesen Konfigurationsmodus.Web-Clips ermöglichen es dem Benutzer, durch einen einzigen Fingertipp auf eine bevorzugte Web-Seite zuzugreifen. Mit Blick auf die verfügbare Menge an Web-Programmen und das im Februar erscheinende Entwickler-Kit (SDK) für das iPhone und den iPod touch ist dies sicher eine wichtige Neuerung.

Das Software-Upgrade enthält auch kleinere, weniger aufregende Neuerungen. So können nun vorhandene Liedtexte noch während der Wiedergabe eingeblendet werden. Ebenso werden Filme neu nach Kapiteln unterteilt, die einzeln anwählbar sind. Und es besteht die Möglichkeit, während des Films die Tonspur und die Untertitelsprache zu wechseln. Eine weiter sinnvolle Änderung ist die Möglichkeit, Termine direkt in den Kalender eintippen zu können. Bislang gelangten Termine nur mittels Synchronisation mit dem Computer auf den iPod touch.

Letzten Endes handelt es sich beim jüngst erschienen Software-Upgrade eigentlich nur um eine Softwareanpassung an das iPhone. Apple nennt dies eine Aufwertung und verlangt, gestützt auf diese Differenzierung, rund 18 Euro (25.- CHF) dafür. Noch mehr erstaunt dieses Vorgehen, wenn in Betracht gezogen wird, dass in allen neu verkauften iPod touchs die neuen Funktionen bereits integriert sind.

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